Das ist eben Demokratie

Ich oute mich: Das unsägliche Millionärswahl-Gedönse, diese neueste Ausgeburt eines Alkohol-Koks-Hirnficks aus Stefan Raabs Erfolgsschmiede, ich habe es mir gestern Abend zu Teilen auch angesehen.
Und als dann eine überraschende Wende am Ende der Sendung kam, in der irgendwelche Breakdancer den Patenonkel eines behinderten (darf man das noch sagen?) Kindes ausstechen, habe ich mich für einen kurzen Moment mit meinen Mitzuschauern empört.
Und als Elton, Stefan Raabs liebstes Moppel-Mobbing-Opfer, kurz darauf den Satz fallen ließ, dass dies eben Demokratie sei, dachte ich für einen kurzen Moment, dass man sprechende Schweine doch nicht ins Fernsehen lassen sollte. Schließlich kommt da manchmal dann doch sehr schwer verdauliche Sülze bei raus.

Wohlgemerkt nur für einen kurzen Moment.

Denn danach wurde mir bewusst: Der Mann hat ja recht. Zunächst stellten sich eine Vielzahl an Leuten zur Wahl, die erst einmal ausgesiebt wurden und dann, nach einer Art Miniwahlkampf, entsprechende Stimmenanteile des Wahlpöbels erhalten haben.
Und aus dieser Elite wurde dann noch einmal aus der eigenen Mitte heraus der “Beste” gewählt. Alles ganz legitim. Auch wenn es die Ergebnisse der Abstimmung ins Gegenteil verkehrt.

Touché.

Was als empörungswürdige herzlose Castingshow angesehen wird, ist einfach nur Realsatire. Diese Show ist der Spiegel in die hässliche Fratze der Gesellschaft, die ach so sehr von ihrem eigenen System überzeugt ist und bei gegenteiligen Ansichten jeden fleddert, der nicht schnell genug das Weite sucht.

Manchmal wünschte ich mir, es gäbe solch einen Aufstand im Internet und den Medien auch zu normalen Wahlen.

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